Frauentag: Solange eine Stunde Altenpflegearbeit weniger wert ist als eine Stunde Fliesen legen, werden die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern nicht kleiner

2017-62) Anlässlich des Internationalen Frauentags am 08. März 2017 erklärt Katja Meier, gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:

„Solange eine Stunde Altenpflegearbeit immer noch weniger wert ist als eine Stunde Fliesen legen, werden die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern nicht kleiner. Darum muss die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am Arbeitsleben das frauenpolitische Kernthema bleiben. Arbeit muss tatsächlich gleichwertig werden, um eine eigenständige Existenzsicherung zu ermöglichen.“
„Der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern setzt sich im Alter fort – Frauen erhalten weniger Rente als Männer und geraten so in eine Armutsfalle.“

„Berufstätigkeit, Familie und gesellschaftliches Engagement müssen besser miteinander vereinbar sein. Und nicht nur wegen einer besseren Teilhabe von Frauen am Berufsleben, sondern auch für eine bessere Teilhabe von Männern am Familienleben. Die Forderung nach einer flächendeckenden bedarfsgerechten Kinderbetreuungsinfrastruktur ist zum Glück kein rein frauenpolitisches Thema mehr. Dennoch reduzieren im Zweifel die Mütter ihre Arbeitszeit, um fehlende Betreuungsangebote auszugleichen.“
„Ein einziges Arbeitszeitmodell reicht heute nicht mehr für ein ganzes Erwerbsleben aus. Vielmehr muss es Frauen und Männern ermöglicht werden, ihre Arbeitszeit beweglicher zu gestalten – gerade in Phasen, in denen sie Zeit für anderes brauchen.“

„Die Gewalt gegen Frauen nimmt vor allem im häuslichen Bereich zu. Trotzdem sind in den vergangenen acht Jahren in Sachsen viele Plätze in Frauenschutzhäusern weggefallen. So gibt es Nordsachsen und im Erzgebirgskreis kein einziges Schutzhaus mehr. Notwendig ist ein flächendeckendes Netz aus Beratungsstellen und Schutzeinrichtungen. Dafür ist eine auskömmliche und sichere Finanzierung durch Bund, Freistaat und Kommunen die Grundvoraussetzung. Wir brauchen dringend eine bundeseinheitliche gesetzliche Regelung, die allen Einrichtungen endlich Planungssicherheit gibt.“

Die aktuellen weltweiten rechtspopulistischen Strömungen sieht Meier aus frauenpolitischer Sicht mit großer Sorge: „Frauenhass und Antifeminismus sind auf dem Vormarsch. Den hart erkämpften Frauenrechten drohen empfindliche Rückschläge. Die gesamte demokratische Gesellschaft muss sich dieser Entwicklung geschlossen entgegenstellen. Es geht darum, einer feministischen Gleichstellungs- und Antidiskriminierungspolitik wieder mehr Geltung zu verschaffen und sie offensiv zu vertreten.“

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