Ein Blick ins Archiv der Außenstelle des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen in Dresden

Heute war ich gemeinsam mit meinen MitarbeiterInnen zu Besuch in der BStU-Außenstelle Dresden. Außenstellenleiter Konrad Felber und seine Mitarbeiterin Frau Jahn-Marx nahmen sich reichlich Zeit für eine Führung durch die Archivbestände und ein Gespräch. Die Menge an Akten ist gigantisch. Allein in Dresden sind es 8,5 laufende Kilometer. Die Bilder zeigen nur einen kleinen Auschnitt und können nicht die gesamte Dimension vermitteln. Auch in Dresden sind die Begehren nach Auskunft nach wie vor auf einem hohen Niveau, auch von Medien und Forschung. Neben dieser primären Aufgabe fungiert die Einrichtung allerdings auch als Bildungsort, und bietet damit u.a. für Schulklassen ein tolles praktisches Anschauungsbeispiel.

Allerdings stehen im Bereich der Außenstellen Veränderungen an, oft auch, weil die Außenstellen nicht den neuesten Anforderungen an eine archivgerechte Aufbewahrung und Nutzung genügen. Das verlangt unter anderem Modernisierungen und Investitionen in Digitalisierung und archivgerechte Bauten. Während die Expertenkommission zur Zukunft der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitdienstes der ehemaligen DDR in ihrem Abschlussbericht davon spricht, dass in jedem der fünf Bundesländer MINDESTENS eine Außenstelle erhalten bleiben soll, favorisiert der sächsische Justizminister Gemkow allerdings eine zentrale sächsische Außenstelle in Leipzig. Riecht ziemlich nach einem Geschenk für den eigenen Wahlkreis. Das Bildunsgangebot in Dresden wäre damit Futsch, ganz zu schweigen von wohnortnaher Beratung und Antragsstellung. Daher gilt: Keine Alleingänge Herr Minister!

Hier der Link zu unserem Antrag: Keine Alleingänge bei BStU-Außenstellen – Zukunft der sächsischen BStU-Außenstellen offen und lösungsorientiert diskutieren

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